06.07.2026 Projekt im…

Projekt im öffentlichen Raum "Außenseiten" von Hendrik Dorgathen

6. Juli 2026 bis 31. Januar 2027

© Hendrik Dorgathen

Für die Kooperationsreihe „Außenseiten“ zusammen mit dem Haus am Wehrsteg hat sich Comic-Künstler Hendrik Dorgathen mit Leben und Werk von Katharina Detzel befasst. In seinem Comicstrip wählt er eine ungewöhnliche Erzählstruktur mit Erlebnissen, die Detzel umringend nach ihr „greifen“. Neben Bildern setzt er auch eine symbolische Sprache ein, die das Entrückte ihrer Situation unter die Haut gehen lässt. Seine künstlerische Reaktion ist, auf Plane gedruckt, ab Juli an der Fassade des Haus am Wehrsteg zu sehen.

Der Comickünstler Hendrik Dorgathen wurde 1957 in Mülheim an der Ruhr geboren. Nach seinem Abitur studierte er zunächst Kunstpädagogik und Evangelische Theologie. Im Alter von 26 Jahren wechselte für ein Studium in Kommunikationsdesign an die Gesamthochschule Essen. Seit 1987 ist er als freiberuflicher Zeichner und Illustrator tätig. Er schafft neben Illustrationen auch Comicbücher und Animationsfilme, zum Beispiel für den Fernsehsender MTV. Außerdem ist er seit 2003 Professor für Illustration und Comic an der Kunsthochschule Kassel. Von ihm stammen auch Performances für das ZKM in Karlsruhe und den Kassler Kunstverein. Heute arbeitet Dorgathen zusätzlich im Medium der Installation und des Objekts. 1991 erhielt Dorgathen den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft und in der Folge weitere Preise für seine Comics. 2012 widmete ihm das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr mit „Serious Pop“ eine Einzelausstellung.

Katharina Detzel wurde am 30.11.1872 als Katharina Bebing in Luxemburg geboren. Ihre Krankenakte führt als Berufe Näherin und später Masseuse an. Sie war verheiratet, ihr Ehemann, ein Kaufmann, starb aber 1908. Zwei ihrer vier Kinder starben noch als Kind, zwei Töchter waren ihr geblieben. Sie wurde im Dezember 1907 erstmals in die Heil- und Pflegeanstalt Merzig a. d. Saar eingeliefert und 1908 in die Anstalt Klingenmünster überstellt, wo sie mit der Diagnose „manisch-depressives Irresein bzw. dementia paranoia“ viele Jahre blieb. In der Anstalt schrieb sie Gedichte, knetete Figuren aus Brot, nähte und fertigte weitere Handarbeiten. 1926 floh sie zu ihrer Tochter. Danach kam Detzel zeitweise in Untersuchungshaft, wegen diverser Vergehen, wie etwa Brandstiftung, Abtreibung und Urkundenfälschung. 1940 lieferte man sie in die Anstalt Andernach ein, von dort verlegte man sie 1941 in die Heil- und Pflegeanstalt Johannistal zu Süchteln, 1948 kam sie in die Anstalt Bedburg-Hau. In Hau ist sie 1960 auch verstorben.

Ort: Haus am Wehrsteg, Heidelberg

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