Doris Noell-Rumpeltes…

Doris Noell-Rumpeltes – Nachruf auf eine Unentbehrliche

Der Verein „Freunde der Sammlung Prinzhorn“ hat seine langjährige zweite Vorsitzende verloren.

Viele Fäden liefen bei Doris Noell-Rumpeltes zusammen. In ihrer Funktion im Vorstand des Vereins „Freunde der Sammlung Prinzhorn“, vernetzte und speicherte sie tatkräftig. Das Ziel des 1995 von ihr mitbegründeten Vereins war mit der Eröffnung des Museums 2001 erreicht, nicht zuletzt dank diverser Impulse – wie die von Manfred Metzner angezettelte Bürgerinitiative. Doch weiteres Ringen – nun um Ausstellungsflächen – entflammte den Verein erneut. Seither mobilisierte DNR, wie sie sich abkürzte, mit hohem Einsatz neue „Freunde“ zur Unterstützung des Museums. Und sie führte die Vereinsgeschäfte. Zugleich arbeitete sie ehrenamtlich für das Museum, dessen Sammlung sie liebte, entzifferte und erforschte, und sie baute das Hans Prinzhorn-Archiv auf. Als Schnittstelle zwischen „Freunden“ und „Sammlung“ wusste sie Wünsche und Notwendigkeiten beider Seiten einzufangen. Sie war die Kundige, stets Präsente und das Gedächtnis. Und sie bestand – angesichts der singulären Bildfindungen Psychiatrisierter – auf ästhetisch überzeugenden Lösungen bei allen Projekten, die der Vorstand anregte oder durch Zuschüsse oder Manpower bestärkte. Ein hoher Anspruch. Denn ästhetische Fragen sind immer im Spiel: sei es bei Reisen zu Archiven oder zu Outsider-Museen – geführt von Hans Gercke und Thomas Röske –, sei es beim Beschaffen von Rahmen, Lampen oder dem Gästebuch, beim Gestalten von Informations-Broschüren, dem Vereins-Logo oder dem Café Prinzhorn. Regie führte DNR oft auch bei Präsentationen, mit denen das Museumsteam den Vereinsmitgliedern Blicke in den berührenden Bildfundus ermöglichte. Über die Jahre entwickelte sich die produktive Vorstandsarbeit arbeitsteilig. Auf die zuweilen sich überstürzenden Erweiterungsvisionen und IBA-Projekte sowie das Einwerben finanzieller Mittel konzentrierten sich erfolgreich primär die männlichen Vorstandsmitglieder. Um aber „Freunde“ zu gewinnen, die, aktiv und neugierig, von Anstaltskunst erfahren und in eine lebendige Museumspraxis mitgenommen werden wollen, waren zugewandte und ästhetisch konsequente Angebote wichtig. Doris Noell-Rumpeltes hatte sich ihnen verschrieben. Auf ihre Weise hat sie die öffentliche Resonanz der Sammlung Prinzhorn positiv befeuert. Sie hinterlässt eine kaum zu schließende Leerstelle.

Für den amtierenden Vorstand:
Bettina Brand-Claussen, Zürich, ehem. Vorstandsmitglied

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